Es ist halt der Norden

Heute das erste Mal wieder auf unserem Boot übernachtet. Und was soll ich sagen? Es war saukalt.

Eigentlich war es geplant dieses Wochenende Shaun seeklar zu bekommen. Nur kommt es eben meist anders als geplant. Und diese Weisheit gilt umso mehr beim Segeln.

Claudia war leider ausgefallen und so bin ich am Samstag Mittag alleine nach Dänemark zu fahren, um das Boot weiter vorzubereiten.

Aber wie auch schon am Mittwoch, hab ich mir auch am Samstag wieder zu viel vorgenommen. Dieses Mal zeigte es sich nicht daran, dass ich mich überall gestoßen hätte. Nein das ging dieses Jahr erstaunlich schnell, dass ich mich an das Boot gewöhnt hatte – nein, es äußerte sich viel defiziler:

Nachdem ich nach meinem Samstagsdienst Mittags nach Dänemark gefahren war, ging es eigentlich ganz gut voran.

Ich montierte den Anker wieder von der Bugrolle ab, da das Vorstag für eine sinnvolle Bedienung eindeutig im Weg ist, sicherte die Bolzen der Stagen, stellte die Wanten ein, kümmerte mich um die Anschlüsse der Mastkabel, und, und, und.

Leider hatte ich aber vergessen die schwere Tasche mit den Wasservorräten schon am Mittag an Bord zu bringen, da mein Kopf sich nur mit dem Problem es einhändigen Ankerabbaus beschäftigte. Machte aber nichts, da ich ja noch etwas einkaufen musste. Dann konnte ich danach ja alles zusammen an Bord bringen.

Und dann begannen die Zeichen dafür, dass ich nicht mehr so ganz bei mir war. Zuerst ergoss sich der Inhalt der Einkaufstasche, welche bei der Fahrt vom Sitz gerutscht war, auf den Parkplatz (Ein Glas Pesto Genovese musste dabei sein Leben lassen). Unten angekommen war der einzige Bollerwagen, welcher zur Zeit anwesend ist, auch verschwunden. Ein Honk, der diesen Bollerwagen bereits bei meiner Abfahrt zum Einkaufen vollgepackt hatte, befand es nicht für notwendig diesen sofort danach wieder zum Hafenmeisterbüro zu bringen.

Machte aber auch nichts. Ich habe ja zwei Hände. Allerdings riss die Flaschentasche auf halber Strecke an den Henkeln, da gefühlte 100kg vielleicht doch zu viel waren. Ich konnte alle Flaschen allerdings noch geistesgegenwärtig retten und verbrachte den ganzen Krempel dann an Bord. Hier verstaute sich mein Müsli dann, zum großen Finale, selbständig. Allerdings nicht an dem geplanten Ort. Oh nein! Es verteilte sich vielmehr im ganzen Salon und erklärte diesen Bereich als neue Wahlheimat und für befriedet.

Echt Leute. Ich habe jetzt erst einmal fertig und lege mich aufs Ohr.

(Vorher werde ich aber den Blitzkrieg des Agressors Müsli mit einem entsprechenden Sekundärschlag (Staubsauger) beantworten und es endgültig vernichten! Habe da auch absolut kein schlechtes Gewissen dabei)

 

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