Sommertörn 2019 mit der Stella

Im Juli 2019 war es nun endlich soweit. Wir hatten uns bei Sailaway eine Bavaria 37 mit Skipper gechartert, damit Bene im Anschluss seinen Sportbootführerschein See machen konnte. Es sollte ein ganz außergewöhnlicher Törn werden.

Ausgangspunkt war der Olympiahafen Kiel Schilksee, wo wir die Yacht und unseren Ausbilder Uwe in Empfang nehmen konnten.

Der Törn führte uns ganz klassisch Rund Fünen mit einem kleinen Abstecher nach Samsö. Bis auf den ersten Tag schwankte dann der Wind zwischen guten 20 Knoten und (im Gewitter vor Assens) satten 45 Knoten Wind – Man sollte eine Gewitterfront halt nicht einfach ignorieren. Im Mittel hatten wir die meiste Zeit um die 25 bis knapp 30 Knoten Wind.

Gleich am Samstag, nachdem wir Gepäck und Proviant verstaut hatten ging es von Kiel Schilksee nach Damp. Eine ruhige Überfahrt bei noch sehr moderaten Wetterverhältnissen.

Am Sonntag war dann Middelfart angedacht. Nur leider waren noch nicht einmal Ansätze von Seebeinen da. Deswegen verschlug es uns nach Assens, wo wir einen netten Abend mit Grill und sportlicher Einlage von “Fang die Mütze von Martin aus der Ostsee” hatten.

Am Montag kam dann gleich zu Beginn die denkwürdige Aktion, eine Gewitterfront bei meiner “senilen Boxenflucht” übersehen zu haben. Die Front erwischte uns genau in der Hafeneinfahrt und lies die Sicht auf wenige Meter schwinden. Zugleich war ein ziemlicher Winddruck von Backbord zu verzeichnen, welcher uns doch ganz schön vertrieb.

Aber auch das haben wir überstanden und ich erhielt zum Dank dafür den Beinamen “Kapitän Ahab”, da ich auf Ölzeug verzichtend im Sturm meinen Mann stand. – Wenn man es ganz ehrlich sieht: ich hatte einfach keine Zeit mehr um mir mein Ölzeug zu greifen, da mich die Gewitterfront massiv überrollte.

Die weitere Fahrt nach Middelfart gestaltete sich sehr ruhig und wir erreichten, nachdem wir im “Gammle Havn” noch vergeblich nach einem Platz Ausschau gehalten hatten, unseren Liegeplatz in Nyhavn 1.

War im Nachhinein die richtige Wahl.

Am Dienstag starteten wir zu unserer Überfahrt nach Samsö. Begleitet von zwei Seehunden querten wir die Brücke in Richtung Fredericia und nahmen, nach Rundung der Spitze von Fünen Kurs auf Samsö.

Auf Samsö feierten wir Martins Geburtstag ausgiebig im am Hafen liegendem Restaurant und machten Pläne für den nächsten Tag.

Der Wind wäre günstig gewesen für einen Abstecher nach Anholt. Nur war uns eher nach einem Hafentag und nicht nach einer Nachtfahrt. So entschieden wir uns für einen weiteren Hafentag und hatten dafür dann am Donnerstag den Wind direkt auf der Nase auf dem Weg nach Kerteminde.

Anholt wäre also doch besser gewesen, zumal am folgenden Tag der Wind wieder auf Nördliche Richtungen drehte und uns ganz entspannt zurückgebracht hätte.

Aber so hatten wir eine lange Kreuz nach Kerteminde mit ordentlich Welle und einem Mittelwind um die 35 Knoten. Dazu kam dann noch eine wegen Seekrankheit gefesselte Claudia (sie wird normalerweise nie seekrank) und eine Ankunft in Kerteminde bei stockfinsterer Nacht.

Ich habe mich noch nie so auf eine Dusche gefreut wie an diesem Tag.

Am Freitag ging es von Kerteminde nach Faaborg. Martin durfte die Große Belt Brücke auf dem Nebenfahrwasser als Rudergänger kreuzen und war glücklich wie ein Honigkuchenpferd. In Svendborg ergatterten wir einen Platz im Stadthafen mit eigener LED Anzeige des Schiffsnamens. Dies begeisterte unseren Skipper Uwe immens. Wir plünderten den ausgezeichneten örtlichen Fischladen und hatten einen sehr schönen Abend an Bord. Zudem war das Showprogramm der orstansässigen Jugend auch sehr beeindruckend.

Am Samstag ging es nun nach Faaborg. Uwe gefiel dabei zusehends nicht, dass ich die Strecke weitesgehend aus dem Kopf segelte, da ich die Gewässer immer noch recht gut kenne. So übte ich dann gute Seemannschaft und machte mich unter Deck noch einmal an das Kartenstudium.

Nachdem wir das schmale Hauptfahrwasser nach Faaborg passiert und sicher im Hafen fest gemacht hatten, war große Wäsche angesagt. Zudem enterten wir noch den örtlichen Lidl Markt, wo wir unsere Vorräte komplettierten.

Nach einem ruhigen Abend und einer ebenso ruhigen Nacht ging es am Sonntag in die Dyvig. Nachdem ich noch am frühen Nachmittag belächelt wurde, dass ich die Untiefe “Hesteshoen” mit gebührenden Abstand passiert habe, empfingen wir am frühen Abend (wir waren bereits am Dyvig Baadehotelet fest) einen Notruf einer Segelyacht die an dieser Untiefe unsanft eingeparkt hat.

Ansonsten war der Abend in der Dyvig lebensverändernd. Zumindest für Martin. Aber wer will ihm das verübeln. Die Dyvig ist einzigartig. Die Stimmung dort unvergleichlich. Dyvig ist eben Dyvig.

Am Montag wollten wir weiter nach Kappeln, Vorbei an Sonderborg mit schnellem Vorsegelwechsel direkt während der Wartezeit vor der Brücke (Hey! Profi …) ging es bei ordentlich Wind vorbei an Kalkgrund bis Schleimünde und von dort zuerst in den Stadthafen von Kappeln.

Dort war allerdings mal wieder kein Platz und so verholten wird uns nach Grauort zu Henningsen & Steckmest. Am nächsten Vormittag hatten wir dann auch noch eine kleine Privatführung auf einer Scalar 36, welche in dieser Werft gebaut werden. Was für Yachten!

Am Dienstag führte uns unser Weg nach Eckernförd. Diesmal lies Uwe mich nicht im weiten Bogen am Übungsgebiet Booknis Eck vorbei segeln sondern gab mir den Weg zwischen Land und Übungsgebiet. Schmal und flach. Aber es ging auch so. Durch die Eckernförder Bucht, vorbei an Gut Ludwigsburg, mit viel Verzähl über die alten Zeiten, erreichten wir den Yachthafen im Jaich und liessen es uns bei Fischbrötchen, Bratfisch und genausoviel Wein gut gehen.

Am Mittwoch neigte sich unser Törn schon dem Ende entgegen, da die letzten Tage für die Vorbereitung zur praktischen Prüfung von Benedikt benötigt wurden. Und so fuhren wir zurück nach Kiel Schilksee.

demnächst mehr …

und für Leser mit weniger Zeit noch einmal eine Playlist der einzelnen Clips (ohne mein Gequatsche …) https://youtube.com/playlist?list=PLaZy7sv1VDXKdRWFRdSLVSuXpBrqGX_GJ

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Frank Vollmers
Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.
Max Frisch (1911-1991) schweizer. Schriftstelle

Aber auf Krisen habe ich eigentlich keine rechte Lust mehr. Deswegen beschäftige ich mich auf dieser website lieber mit den schönen Dingen des Lebens.
Ich hoffe, dass das Eine oder andere Schöne auch für Dich dabei sein wird ...

 

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