Espiga Tinto 2013

Heute mal etwas aus Portugal. Genauer gesagt aus der Estremadura, einem Küstenlandstrich rund um Lissabon in der Mitte Portugals.

Auf Empfehlung meines Weinhändlers für recht günstiges Geld erstanden, war ich schon gespannt was mich im Glas erwarten wird. Aber um es schon vorweg zu nehmen: es ist ein wirklich gut trinkbarer Alltagswein, der wohl durch den guten Tanningehalt auch noch ein, zwei Jahre im Keller verweilen kann. Jedoch zeigt er schon jetzt eine sehr gute Trinkbarkeit, da durch die Castelão der Wein auch jung sehr gut geniessbar ist.

Nun bin ich also schon wieder mitten drin. Dann möchte ich jetzt aber auch etwas Struktur in die Sache bringen und den Wein gegliedert auseinandernehmen.

Es handelt sich beim Espiga Tinto um eine Cuvée aus Castelão, Touriga Nacional, Tinta Roriz und Syrah. Uuups! da sind ja wohl einige autochthone Rassen dabei. Die Castelão ist in Portugal weit verbreitet und wird hier auch unter dem Namen Periquita geführt. Aus ihr entstehen kräftige, tanninbetonte Weine mit einer durchaus kräftigen Säure. Touriga Nacional ist eine klassische autochthone Rebsorte in Portugal und wurde vorwiegend zur Portweinproduktion verwendet. Sie zeigt komplexe Würznoten, die auch schon ins harzige wandern können. Tinta Roriz ist ein Synonym für Tempranillo und zeigt sich stets duftig fruchtbetont mit eleganten manchmal fast süßen Tanninen. Und zu guter Letzt noch der Syrah mit seinen klassischen Johannisbeer Aromen.

Im Glas finden wir einen dunklen, kirschroten ins rubinrot gehenden Wein der durch seinen Alkoholgehalt von 13% schön am Glas ölt. Die erste Nase ist eindeutig holzig. Es folgt ein Geruch nach Beeren hin zur Johannisbeere und endet würzig süßlich. Wobei der Geruchseindruck lang und angenehm schwebend ist. Der Geschmack ist dann auch wie der Geruch es hier erwarten lies. Am Anfang holzige Noten die sich über eine durchaus kräftige Säure hin zum Süßen wandeln. Es kommt dann etwas Himbeere gefolgt von Andeutungen an Johannisbeere. Immer stets von einer würzigen Süße begleitet. Ganz zum Schluss zeigt sich am Gaumen eine angenehme Säure.

Ein wirklich netter Wein bei dem man sich an die Atlantikküste Portugals träumen kann. Vielleicht auf seiner Yacht kurz nach der Biskaya Überführung und vor dem Sprung über den Teich. Sonnenuntergang über dem Achterdeck und vor einem eine Auswahl an Käse, Salami und leckeren Oliven. Und der Stegnachbar ruft einem, im Hinblick auf den bevorstehendem Sprung in die Karibik, ein fröhliches „Boa viagem!“ zu

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